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fc.kleinstadt gegen die Epidemie der Einsamkeit — neue EP„Blumen zwischen Büchern“ ab 25.09.2026

    Durch die Nacht, durch die Kleinstadt. Vorbei an geschlossenen Fensterläden und dem Pappaufsteller vor der Bäckerei, der genauso tote Augen hat wie die immergleichen Gestalten an der Tankstelle. Niemand weiß, wer wir sind und genau das ist das Problem.

    Die Neue EP Blumen zwischen Büchern von fc.kleinstadt wird am 25.09.2026 veröffentlicht und erzählt vom bekannten Gefühl des Eingesperrtsein. Von jener Isolation, die zwischen Erwartungen und Privilegien entsteht und die nur die behütete Kleinstadt so perfekt hinbekommt: ein Ort, an dem man beobachtet wird, ohne je wirklich gesehen zu werden. Transparent, unsichtbar, gefangen in Verhältnissen, aus denen es kein offensichtliches Entkommen gibt. fc.kleinstadt nennen dieses Gefühl die „Epidemie der Einsamkeit“ — und machen es zum Herzstück ihrer neuen EP.

    Doch die Band bleibt nicht im Stillstand. Denn so schwer die sechs bzw. sieben Songs auch wiegen, unter ihnen liegt eine Gegenbewegung: die trotzige Ahnung, dass ein gemeinsames „wir“ noch möglich ist. Aus der Angst entsteht Zusammenhalt, aus der Vereinsamung ein Aufbegehren. Freundschaft wird hier nicht als Kitsch verkauft, sondern als letzte Möglichkeit, sich nicht selbst zu verlieren.

    Die vier aus Baden (CH) schreiben auf Deutsch, ungeschönt und direkt aus dem eigenen Leben — persönliche Erfahrungen, die sich genau deshalb wie die des Publikums anfühlen. Ihre Songs kippen von verträumten Strophen in Refrains zum Mitgrölen, irgendwo zwischen Shoegaze und Post-Punk, zwischen Turbostaat und Momma. Aufgenommen wurde alles live im Toolhouse Studio: organisch, laut, leise und bewusst unperfekt, Mut zum Pathos inklusive. So entsteht ein Raum, in dem niemand draußen bleibt und jede:r ungefiltert sein darf. Sechs Songs gegen die Entfremdung. Sechs Songs, die Bock machen, mitzumachen.

    Foto: Julia Taras

    fc.kleinstadt ist eine vierköpfige Band: Lucca, Noah, Nils und Silvan. Zwei Jahre lang haben sie sich durch die Clubs der Deutschschweiz gespielt, unter anderem als Support für Post-Punk– und Math-Rock-Größen wie Sons (Royal Baden) und Delta Sleep (Kiff Aarau). An der m4music Demotape Clinic 2022 landete ihr Song „normal“ unter den besten Demos des Jahres. 2024 kam die Debüt-EP mit steigender drehzahl — „höhenangst“ wurde zum Bubble-Hit und machte die Band zu einem der aufregendsten lokalen Acts der Deutschschweiz.

    Zu den Live-Highlights 2024 zählten auch das ausverkaufte Salzhaus in Winterthur, Support-Shows für Team Scheisse und Been Stellar sowie ein Auftritt am Showcase-Festival Radar in Zürich. Zum Jahresende ging es erstmals nach Österreich, ans Liveurope-Festival im Posthof Linz. 2025 nahm die Band im renommierten Toolhouse Studio ihre neue EP Blumen zwischen Büchern“ mit Hannes Wolf auf, welche nun endlich das Licht der Welt erblickt.

    Track by Track

    – “die stadt hat angst“ Der Auftakt setzt das Grundthema der EP direkt in Bewegung — und dreht es zugleich um. Wo die Stadt vor Angst erstarrt, keinen Empfang findet und sich einsam anfühlt, antwortet fc.kleinstadt mit kantigen Gitarren und nach vorn drängender Post-Punk-Dringlichkeit. Aus dem Alleinsein wird Zusammenhalt, aus der Lähmung ein Anrennen gegen die eigenen Zweifel. Ein Opener, der die Einsamkeit benennt, ohne in ihr zu versinken — und der sofort den Impuls auslöst, aufzubrechen in was neues.

    – “zürich brennt“ (Lead-Single, VÖ: 13.02.2026) Über einem eingängigen, mitreisenden Groove verhandelt der Song lokale und jugendliche Verbundenheit: das Bedürfnis, das Alte niederzureißen und noch einmal von vorn anzufangen — Feuer als Bild für die Intensität einer Beziehung. Und dann kippt alles in den Refrain: Er türmt sich auf, überschlägt sich, reißt mit. Ein Chorus, der zum Mitgrölen gebaut ist und aus lauter Einzelstimmen für einen Moment einen Chor macht — ein gemeinsamer Aufschrei gegen die Vereinzelung, die die restliche EP durchzieht.

    – “uns:gut“ (VÖ: 2025) Hier zeigt sich die Einsamkeit von ihrer stillsten, ehrlichsten Seite. Ein schwebender, fast entrückter Sound reibt sich an scharfen Gitarren, darunter zieht eine melancholische Strömung. “uns:gut“ klingt wie die Nacht, die langsam über der Kleinstadt hereinbricht: kein Drama, kein Lärm, nur ein Herz, das nach Wärme sucht. fc.kleinstadt erzählen vom Leben junger Menschen und vom Gefühl, transparent und unsichtbar zu sein — beobachtet, ohne je wirklich gesehen zu werden. Der Refrain, in dem herausgeschrien wird, dass es einem „eigentlich gut“ gehe, ist deshalb keine Behauptung, sondern ein Aufbegehren: ein Satz, den man gemeinsam schreit — und der im richtigen Moment tatsächlich wahr werden kann.

    – “Gleichmacher“ Der verletzlichste Moment der Platte: eine gefühlvolle Piano-Ballade übers Gebrochensein. Über dunkle Tage, die einfach nicht enden wollen, über depressive Gedanken und den Neid, dass es bei anderen scheinbar leichter läuft. Wenn es heißt „Lasst mich nicht mit mir allein“, ist das ein Hilferuf — und damit der Punkt, an dem die „Epidemie der Einsamkeit“ am unmittelbarsten wird. Der Refrain wächst zur Hymne des Zwiespalts: In der Zeile „So fühlt sich fallen nochmal wie fliegen an“ liegen Absturz und Rausch dicht beieinander.

    – “prolog“

    – “blumen zwischen büchern“ Der Titeltrack bündelt, worum die ganze EP kreist. Ein leichter Groove baut sich Schritt für Schritt zum Chorus hin auf und trägt eine doppelte Sehnsucht: die Unzufriedenheit, wenn auf dem Land einfach nichts vorangeht, und die Anziehungskraft der Großstadt, die aus der Ferne lockt — und die ihre eigenen Schattenseiten längst mitbringt. Gepresst zwischen Erwartung und Stillstand, wie eine Blume zwischen Buchseiten, wird der Song zum eingängigen, stabilen Herzstück der Platte.

    – “druck“ (VÖ: 04.09.2026) Zum Abschluss wird das Grundgefühl der EP körperlich. Über kräftigem Sound und treibender Gitarre verwandelt sich der Druck selbst in Musik: Der Refrain klingt zusammengepresst, wie unter Last — bevor Drums und Gitarre die laute Erlösung bringen. Es geht um Nähe, die guttut und trotzdem schwer wiegt, weil so viel in ihr steckt: eine wichtige Person, echte Zweisamkeit als Gegenentwurf zur Einsamkeit. „Und bei Umarmungen uns die verdammte Luft ausgeht“ — eine der intensivsten Zeilen, die fc.kleinstadt je geschrieben haben.

    Foto: Julia Taras