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Juni Habel begibt sich mit dem Album „Evergreen In Your Mind“ auf eine Reise zwischen Traum und Realität

    Die norwegische Singer-Songwriterin Juni Habel veröffentlichte am 10. April 2026 ihr neues Album Evergreen In Your Mind, das via Koke Plate erschien. Drei Jahre nach dem Durchbruch ihres Albums Carvings (2023) präsentiert Habel elf neue Songs, die weiterhin von Zartheit und Intimität geprägt sind. Ihre Stimme steht erneut im Mittelpunkt – klar, warm und verletzlich – doch innerhalb dieser feinen Klanglandschaft öffnen sich neue Räume, die sich zwischen Stille, zurückhaltender Folk-Poesie und einem subtil stärkeren Groove, der dem Album eine neue Dynamik verleiht, bewegen.

    Neben diesen verschiedenen musikalischen Räumen findet Evergreen In Your Mind auch als Ganzes in zwei unterschiedlichen Räumen – Welten, wenn man so will – statt. Nämlich spielt das Album in einem Traum, einem imaginären Ort, während aber auch ganz bewusst Klänge aus der physischen, realen Welt in die Aufnahmen einfließen. So wurden die elf Songs von Juni Habel in ruhigen Ecken ihres Zuhauses und am Klavier der Schule, an der sie arbeitet, aufgenommen, so dass auch verschiedene Alltagsgeräusche zu hören sind. Dies ergab sich auch, da Habel auf dem Album ihre musikalische Zusammenarbeit mit Co-Produzent Stian Skaaden fortsetzt, dessen Neugierde eine Schlüsselrolle dabei spielte, die zarten Folksongs zum Leben zu erwecken. Diese Neugierde offenbart sich beispielsweise in instrumentalen Schnörkeln und in der perkussiven Grundstruktur, die durch Händeklatschen, das Klopfen auf Tischbeine, das Geräusch von sich schließenden Türen und sogar durch auf den Boden fallende Schlüssel entsteht. „Stian was an invaluable partner. He just gave so much of his time into this project”, erzählt Juni Habel dazu. „He was endlessly curious and playful with what we could add to these songs.

    Neben Neugier und Verspieltheit war auch Geduld ein wichtiger Faktor bei der Gestaltung des Albums: „We always aim to capture effortlessness – but the way of getting there is anything but effortless”, sagt Juni Habel. „We would work on a small piece at a time, and spend a whole day on guitar and vocals for one song. Some songs we had to record several times, and in lots of different ways before it fit. I am usually impatient in these processes, but Stian is very calm. He makes me slow down and trust the process.”

    Diese Zeit gab der Künstlerin Raum für Inspiration. Zwischen den Aufnahmen las sie, hörte Musik, wanderte in die Berge und suchte bewusst die Stille der Natur. Nicht als Rückzug von ihrer Arbeit, sondern als integralen Bestandteil des kreativen Prozesses. In Evergreen In Your Mind spiegelt sich genau diese Polarität zwischen Stille und Leidenschaft, zwischen Sehnsucht und Realität wieder. Es eröffnen sich also die zwei Welten, mit Einflüssen aus Wirklichkeit und Traum. Der Titelsong des Albums scheint diese Erzählung besonders widerzuspiegeln. In dem wunderschönen, zarten Folksong befindet sich Habel im Wald, versteckt sich vor dem wirklichen Leben und ist hin- und hergerissen zwischen der Natur und der Anziehungskraft der Moderne.

    “Stand So Still“ verfolgt einen ähnlichen Weg, wobei die Protagonistin nie ganz herausfinden kann, ob Stillstehen eine positive oder negative Handlung ist. Während sich der Anfang des Songs wie aus längst vergangenen Zeiten anfühlt, findet der Song bald seinen ganz eigenen Weg, wobei die Eigenartigkeit der Albumproduktion sanft in den Vordergrund tritt. Habels Stimme windet sich um sich selbst und die seltsame, unverwechselbare Instrumentierung schwebt herein, um den Song an einen ganz anderen Ort zu tragen.

    Auch “I’d Like To See It“ besticht durch eineleichtfüßige Instrumentierungmit Gitarre, Ukulele und Orgel, die eine fast märchenhafte Grundlage für Juni Habels Gesang schafft. Auch hier dreht sich wieder viel um den Zwiespalt zwischen Realität und Wünschen, so beginnt der Song mit den Worten: „I would like to see it / The secrets of the mire / The rustling of the heather / The solidity of time / And if I wasn’t sunblind / I’d go outside / I’d follow what’s calling my name

    Während Juni Habel ihr Album final zusammenstellte, erinnerte sie sich an das Gedicht “It’s The Dream“ des norwegischen Dichters Hans Olav Hauge, das ebenfalls dazu beitrug, die vielen Fäden dieses Werks miteinander zu verknüpfen. „It is that dream we carry that something wonderful will happen“, schreibt Hauge in seinem Gedicht. „That we, one morning, will sail into a narrow inlet we did not know about“. Dieses Gefühl steht im Mittelpunkt von Evergreen In Your Mind. Hier schließt sich also der Kreis, in dem die elf Songs die Sehnsucht nach einer tiefen Verbindung mit der Welt thematisieren. Gleichzeitig so nah und doch immer so fern. Die Songs, mal klagend, mal verspielt und oft geheimnisvoll, besingen diese Reise auf vielfältige, bezaubernde Weise und lassen die Hörer:innen so vielleicht in ihre ganz eigene Bucht segeln.

    Das Album Evergreen In Your Mind von Juni Habel erschien am 10. April 2026 via Koke Plate.

    Foto: Malin Longva